Jump to: navigation, search

Schwertkampf

Nachdem es doch immer wieder vorkommt, dass Schwertkämpfe in einem Rollenspiel ihren Platz finden, eine kleine Hilfestellung, wenn man an halbwegs realistischem und sinnvollen Fecht RP interessiert ist. Die hier angeführten Informationen sind lediglich eine Zusammenfassung der wichtigsten Begrifflichkeiten und Informationen zum Schwertkampf, basierend auf Büchern und anderen Quellen.


Waffenkunde

Nomenklatur des Schwerts

Das lange Schwert (Langschwert, Anderthalbhänder, Bastardschwert) entwickelte sich aus dem kurzen, einhändig geführten Schwert. Die Griffe wurden länger und ermöglichten damit das Führen der Waffe mit zwei Händen. Gleichzeitig mit den Griffen wurden auch die Parierelemente größer. Das Erscheinungsbild eines typischen langen Schwerts aus dem frühen 15. Jhdt. ist uns allen vertraut: Gerade Parierstange, Scheiben- oder Birnenknauf, langer Griff und eine sehr massive Klinge.

Durch die recht spitze Klingenform ist das Schwert auch dafür geeignet, gegen gerüstete Gegner eingesetzt zu werden. Mit einem Schwert auf eine Plattenrüstung zu schlagen, führt im besten Fall nur zu Dellen in der Rüstung. Man muss statt dessen versuchen, in die ungeschützten Bereiche zu stechen. Die Innenseiten von Ellenbogen und Knien, Achseln, Schritt, Visier und Handflächen sind zum Beispiel solche Ziele. Dabei muss oft ein Kettengeflecht durchdrungen werden. Knauf und Parierstange wurden ebenfalls gegen einen gerüsteten Gegner eingesetzt.

Das Schwert war und ist eine spezielle Waffe für eine spezielle Aufgabe. Natürlich hält ein gut gemachtes Schwert einiges aus, aber im Grunde genommen ist es ein empfindliches Gerät. Die Schneiden sind sehr scharf und dementsprechend filigran. Wird ein Schlag eines anderen Schwerts in einem statischen 90° Winkel mit der Schneide pariert, dann gräbt sich das gegnerische Schwert in die Klinge und hinterlässt eine hässliche und gefährliche Scharte. Gefährlich deshalb, weil diese Scharte eine Sollbruchstelle darstellt, an der ein wesentlich höherer Stress auftritt.


Schwerter

Einige kleine Kurzfakten zu den gängigsten Schwertern.


Langschwert

Langschwert

Bezeichnungen: Anderthalbhänder, Kriegsschwert, Großschwert, Bastardschwert

Verwendung: militärische und zivile Waffe

Gesamtlänge: etwa 140cm, variabel

Klingenlänge: etwa 80-112cm, variabel

Klingenbreite: etwa 5-7cm, variabel

Gewicht: etwa 1.5-3kg, variabel

Griffstück: Holz, Horn

Besonderheiten: Klinge mit Hohlschliff

Berühmte Beispiele: Glamdring (Gandalf), Anduril (Aragorn), MacLeod (aus Highlander),


Einhandschwert

Ritterschwert

Bezeichnungen: Ritterschwert, Ritterliches Schwert, Kampfschwert, Breitschwert

Verwendung: Waffe, Zeremonialwaffe, Standeswaffe

Gesamtlänge: etwa 90-130cm (Durchschnitt 90-100cm)

Klingenlänge: etwa 70-110cm (Durchschnitt 76-82cm)

Klingenbreite: etwa 4.5-6cm

Gewicht: etwa 1-1.5kg

Griffstück: Holz oder Horn mit Metalldraht und Leder umwickelt

Besonderheiten: Hohlkehle, je nach Typ beidseitig über die gesamte Klinge oder über Hälfte/Drittel

Berühmte Beispiele: Excalibur (Artus), Ibelin (aus Königreich der Himmel), Lancelot Schwert (Sir Lancelot/Lancelot du Lac)


Kurzschwert

Kurzschwert

Bezeichnungen: Kurzschwert

Gesamtlänge: etwa 40-80cm

Klingenlänge: etwa 26-66cm

Klingenbreite: etwa 5-8cm, variabel

Gewicht: etwa 0.7-1.2kg

Griffstück: Holz, Metalldraht, Horn, Elfenbein

Besonderheiten: Der Gladius dient als Beispiel für den Typus Kurzschwert

Berühmte Beispiele: Stich (Bilbo, Frodo), Morgulschwert (des Hexenkönigs aus 'Der Hobbit'),


Bihänder

Flamberge

Bezeichnungen: Bidhänder, Bidenhänder, Schlachtschwert, Flamberge, Gassenhauer, Großschwert

Gesamtlänge: etwa 170cm, variabel

Klingenlänge: etwa 120cm, variabel

Klingenbreite: etwa 5cm, variabel

Gewicht: meist 2-4kg, variabel

Griffstück: Holz, Metall, Wollfransen

Besonderheiten: Klinge mit langer Fehlschärfe und oft Parierhaken, manchmal "geflammte" Klinge, Parier breit, Enden oft eingerollt oder scharf

Berühmte Beispiele: Ice / Eis (Eddard Stark aus Game of Thrones), Claymore (aus Braveheart),


Grundlagen

Im Schwertkampf gibt es einige Grundlagen und -regeln, welche auch schon die Basis eines jeden (Schau-)Kampfs mit dem Schwert darstellen. Im Falle des gespielten Rollenspiels - wie im PC Spiel Herr der Ringe Online - ist der Vorteil vorhanden, dass der Spieler nicht zwingend die Kraft des Schlages oder das Gewicht des Schwerts kontrollieren muss. Dennoch sollte allen voran klar sein, dass ein derartiges Stück Metall auch etwas an Gewicht mitbringt und somit ein hektisches Herumwirbeln alá Hollywood zwar möglich ist, aber alles andere als kontrolliert und noch weniger erfolgreich.


Anmerkung: Diese Eintrag soll nicht dazu dienen, dass im Rollenspiel DIESE Regeln oder Informationen auswendig gelernt werden müssen oder sich gar zwingend daran gehalten werden muss. Es dient lediglich als Hintergrund Information für jene, die es interessiert.


Treffer und Paradezonen

Im Schwertkampf unterscheidet man zwischen verschiedene Zonen, entsprechend des Wirkungsradius des Körpers, welche entsprechend entweder getroffen oder pariert werden können.

Trefferzonen und deren Betitelung
Paradezonen und deren Abwehrmöglichkeiten

Jede Körperpartie hat seinen eigenen Namen und die daraus resultierenden Angriffs und Paradenamen. Ob diese Bezeichnungen nun in einem Rollenspiel sinnvoll sind, sei dahin gestellt, doch dient die Abbildung selbst vielleicht einer besseren Einordnung der verschiedenen Möglichkeiten.


Treffer in den niedrigeren Zonen (Zwerg, Eber, Pflug) bedeuten, dass man entsprechend nah an seinem Gegner heran kommen muss, um diese sinnvoll ausführen zu können. Bei Größenunterschiede der Kämpfer, sollte natürlich bei der Ausführung eines hoch oder sehr tief ausgeführten Schlag bedacht werden, dass der Größenunterschied auch in der Art der Parierung und des Gegenschlags sich zeigt.


Bei beinahe jedem Treffer oder Parade dreht sich automatisch der Oberkörper ein wenig mit und auch eine Schrittfolge erfolgt meist. Statisches Stehenbleiben und dabei einen Schwertkampf durchführen liegt eher im Bereich des Unwahrscheinlichen, nicht einmal als Trainingspartner, welcher nur mit Schild bewaffnet ist und als Zielscheibe dient. Ein fester Stand beim Schwertkampf ist dadurch immer das A und O.


Weiterführende Vertiefung

All jene Paraden und Angriffe haben, wie bereits zuvor erwähnt, ihre eigenen Namen und einen entsprechenden Konter. Auch gibt es eine Wertung dessen, welche Parade sozusagen welchen Schlag "sticht". Doch dies ist dann definitiv die weiterführende und sehr ins Detail gehende Vertiefung des Schwertkampfs.


Zum Empfehlen in diesem Fall sind jedoch folgende weiterführende Links, auf welchen Seiten man grobe Beschreibungen mit Bildern und teilweise Videos findet. Für eine wirklich ausführlichere Erklärung steht im Forum der Amarthan im internen Sippenbereich eine PDF zur Verfügung.



Quellen und Nachweise