Was ist Rollenspiel?

Was ist ein Rollenspiel? Warum Foren-Rollenspiel? Wie kann ich mit machen? Was ist mit der "alten" Amarthan passiert? Wer kann hier aller mitmachen? Viele dieser und ähnlicher Fragen werden hier beantwortet. Hier könnt ihr auch über kleine Helferlein sprechen. Tipps geben wie man bestimmte Situationen vielleicht meistern könnte und auch nur Tricks bekannt geben um ein "besseres" RP umsetzen zu können.
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Eoddren
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Was ist Rollenspiel?

Beitrag von Eoddren »

Als Rollenspiel (englisch role-playing game, kurz RPG) bezeichnet man in der Spielwissenschaft eine Spielform, bei der die Spielenden die Rollen realer Menschen, fiktiver Figuren, Tiere oder auch Gegenstände übernehmen. (Wikipedia)

Bedeutet also, beim Rollenspiel schlüpft man in eine Rolle und versucht dieser so gut es geht, Leben einzuhauchen und die eigenen, persönlichen Bedürfnisse und Gedanken in den Hintergrund zu schieben. Im Grunde ist RP vergleichbar mit Schauspielerei. Jedoch mit einen großen Unterschied, welcher allerdings das Wesen des RPs ausmacht:

Ein Schauspieler hat ein vorgefertigtes Script. Der zu spielende Charakter ist bereits überlegt, hat eine Hintergrundgeschichte, einen geschliffenen Charakter, Name und alles was dazu gehört. Der Schauspieler weiß wie er sich bewegen soll, wie er reagiert, was er täglich trägt und noch vieles mehr (im Idealfall wohlgemerkt).

Beim Rollenspiel sind die Informationen kaum bis gar nicht vorhanden. Es gibt auch kein vorgefertigtes Script, was wonach passiert. Es ist wie im alltäglichen Leben, selbst wenn man sich einen "Plan" macht, wie zB ein Gespräch verlaufen könnte, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es dann doch anders ist. (Ich denke jeder kennt diese Erfahrungen). Beim Rollenspiel sind demnach die Handlungen der einzelnen Personen frei und nicht vorgegeben. Niemand weiß wie der eigene Charakter oder das Gegenüber reagiert, wie die Geschichte weiter geht und was am Tag danach passiert. Man bekommt zwar eine Geschichte als Rahmen vorgegeben, jedoch sind in jener nur grundlegende Gegebenheiten der fiktiven Umgebung, in der man sich während dem Rollenspiel bewegt, festgeschrieben. Die Geschichte des Charakters, dessen Rolle man spielt, muss zwar zu dieser Umgebung passen, ist aber nicht fix vorgegeben – d.h. es obliegt einem selbst, sich die (Hintergrund-)Geschichte dieses Charakters und seine Wesenszüge auszudenken. Hat man sich einen Charakter fertig ausgedacht, kann man sich auch schon in die Rollenspielwelt stürzen und versuchen, ihn bestmöglich darzustellen.

Da beim Rollenspiel die Handlung der einzelnen Charaktere nicht vorgegeben ist, liegt es in der Verantwortung jedes einzelnen Spielers, sich das Verhalten, die Taten und Reaktionen des verkörperten Charakters selbst zu erdenken und somit seine eigene kleine Geschichte zu schreiben. Am besten man stellt sich in jeder Rollenspiel-Situation in Gedanken die Frage „Wie würde nun mein Charakter handeln?“ und setzt die Antwort einfach um.

Wie auch im richtigen Leben, ruft beinahe jede Aktion eine Gegenreaktion hervor. Man sollte sich also schon darüber bewusst sein, in welcher "Welt" und Umgebung man sich befindet. Im Idealfall ist der Charakter bei der Erstellung entsprechend angepasst bereits - muss aber nicht.

Als Beispiel: In der Welt "Dungeon & Dragons" sind Dunkelelfen, sogenannte Drows, typischerweise "böse" und leben auch unterirdisch. Das normale Tageslicht können 90% der Drow gar nicht ertragen, da deren Augen natürlich auf ein Leben unter der Erde ausgelegt sind. Wenn ich jetzt also einen Drow spiele und damit einfach so nach Baldurs Gate (einem Ort der Welt) reinlaufe, muss ich mit Reaktionen rechnen. Erstens, dass ich selbst untertags wahnsinnig eingeschränkt sein werde und zweitens, dass ich angefeindet werde. Die Leute vor mir Angst haben und ggf. davon laufen.

Ein weiteres Beispiel ist in der Welt "Lord of the Rings" wenn ein Ork plötzlich geläutert ist und gut sein möchte. Ja klar, es ist grundsätzlich machbar, aber es ruft sehr viele Probleme im Spielverlauf hervor. Die Menschen Mittelerdes werden nicht von einen Tag auf den anderen es akzeptieren, dass da plötzlich ein "guter" Ork durch die Welt läuft, sondern ihn weiterhin versuchen umzubringen.

Es ist also per Prinzip ALLES machbar und spielbar, solange man sich über die Konsequenzen klar ist. Ein Dieb muss immer damit rechnen, dass er mal erwischt wird und eingesperrt (im besten Fall). Ein Weiberheld trifft irgendwann vielleicht auf einen verärgerten Ehemann, der gutgläubige Händler wird vielleicht öfters als ihm lieb ist, übers Ohr gehauen, etc.

Aber genau DAS ist es, was Rollenspiel ausmacht. Auf Grund all der verschiedenen Persönlichkeiten, dem nicht vorhandenen Script und unvorhersehbarer Ereignisse, lauert hinter jedem Eck ein kleines Abenteuer. Dazu bedarf es manchmal gar keiner großen Quest (Aufgabe) die eine Gruppe zu lösen versucht. Manchmal kann der Alltag von Charakteren Abenteuer genug sein.

In diesem Sinne wünsche ich allen viel Spaß bei dem wohl spannendsten und abwechslungsreichsten Hobby aller Zeiten. :)
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