Lebensart der Rohirrim

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Die Bewohner der Mark führen ein meist ruhiges, friedliches Leben, dass aber auch hin und wieder von Entbehrungen gekennzeichnet ist. Harte Arbeit ist in solch einer ländlichen Gesellschaft unumgänglich und schon von klein auf lernen die Kinder hart im Nehmen zu sein und bei der Arbeit mitzuhelfen. In den kleinen Dörfern führt man meist ein einfaches Leben als Bauern und Hirten oder einfache Handwerker. Nur gelegentlich wird ein Überschuss im Ertrag gegen andere nützliche Waren eingetauscht. Es ist ein schlichtes, aber zufriedenes Dasein, denn nach Reichtum und übermäßigem Wohlstand verlangt es die Menschen Rohans nicht.

Jedes Jahr endet mit der Ernte als Vervollständigung des Jahreslaufs und beginnt mit dem aufkommenden Winter. Aber anders als in ihrer alten Heimat hoch im Norden, plagt die Menschen in der Riddermark kein langer, strenger Winter mehr, auch wenn es in den Tälern der Berge auch einmal heftig schneien kann. Der milde Winter erlaubt es den Pferdehirten, sogar in der kälteren Jahrezeit mit ihren Herden durch die Ebenen zu ziehen, währen sie selbst die Zeit über nur in einfachen Zeltlagern wohnen. In den Siedlungen lebt der Herr eines Hauses mit seiner Familie, Pferden und Vieh nicht selten unter einem Dach zusammen. Ihre Kinder lernen das Reiten meist zeitgleich mit dem Laufen und zum Erwachsenwerden eines Rohir gehört für gewöhnlich auch der Besitz eines eigenen Pferdes. Mit seinem Tier geht man eine sehr enge Bindung ein und versteht sich teilweise sogar ohne Wort oder Befehl. Es kommt dadurch aber auch vor, dass ein Pferd nach dem Tod seines Reiters störrisch und unreitbar wird.

In der Jugend heißt es für die meisten im Haus und auf dem Hof mitzuhelfen und für gewöhnlich setzen die Kinder den Beruf der Eltern fort. Mit Erreichen des ersten Erwachsenenalters heiratet man und darf als junger Mann fortan zu einer Heerschau reiten. Als Sohn des Adels verdient man sich meist früh als Schwertthan (Knappe) bei einem Edlen, ehe man das Glück hat, für eine éored ausgewählt und ausgebildet zu werden. Ein hoher Eid schwört den jungen Recken ein, König, Land und Bundgenossen treu zu dienen und Ruhm und Ehre für sie zu bestreiten. Fortan lebt man dann im Haus seines Marschalls. Einige Edle gibt es, die Herr über viel Land sind, aber dennoch nicht einer Reiterei angehören, sondern dem gemeinen Volkes als Fürsten zur Seite stehen und wieder andere kommen aus einfachen Familien der Ost- und Westfold, tun sich aber durch ihre Reit- und Kampfkünste hervor und erlangen damit Eingang in eine éored. Die höchsten der Edlen und Oberen, darunter die Marschälle, werden Mitglieder im Rat des Königs.

Die Frauen der Riddermark, die im Alltag nicht minder hart arbeiten als ihre Männer, leisten (üblicherweise) keinen Waffendienst, wissen sich aber wenn es nötig ist, ebenso zu verteidigen wie die Männer. Sie sind angewiesen Hof und Vieh, sowie die Alten, Kranken und die Kinder zu beschützen und verteidigen sie im Notfall mit Ingrimm und Stolz. Nicht selten haben sie dort auch ebenso großen Mut erwiesen wie ihre Männer fernab in der Schlacht, und in Gondor heißt es, die Tapferkeit der Frauen Rohans sei nicht geringerer als die ihrer Söhne. Auch Rohans Sagen aus alter Zeit wissen von vielen tapferen Frauen zu berichten und Éowyn, des Königs Schwester, ist als „die Frau mit dem Schildarm“ mit ihren großen Taten allen ein Begriff.

In Edoras, Aldburg oder Helms Klamm finden sich zudem Barden und höfische Diener wie Köche und Mundschenke. Seltener gibt es Banden von Strauchdieben, die sich aus arbeitsscheuen Landstreichern zusammensetzen und auch für Saruman sollen einst einige Rohirrim gearbeitet haben, denen er Vorzüge und Vergünstigungen versprach.

Die Menschen Rohans erreichen am Ende ihres Lebens für ihresgleichen ein recht hohes Alter und werden für gewöhnlich 80 Jahre oder älter. Die Toten beerdigt man in Erdgruben, über denen danach ein Grabhügel aufgeschüttet wird, wobei die Mitglieder der selben Familie, oder all jene, die gemeinsam in einer Schlacht fielen oft im selben Grab beerdigt werden. Die Edlen ihres Volkes bekommenen zu Ehren meist eigene Grabhügel und für den König wird bereits zu Lebzeiten an einer steinernen Kammer gearbeitet, in der sein Körper unter einem blühenden Hügel seine letzte Reise antritt. Für gewöhnlich gibt man dem Toten sein Schwert und anderen wertvolle Besitztümern mit ins Grab. Fiel ein Reiter samt Pferd, so legt man nicht selten das treue Tier an die Seite seines toten Herrn. Die erste Hand voll Erde gebührt dem, der dem Toten am nächsten stand, dann ruft man den Namen des Toten aus und besingt seine Taten. Gar mancher Grabhügel wurde auch schon in der Fremde errichtet, wenn der Rohir dort gefallen war. Lieber überlässt man den Hügel dann seinem Schicksal, als die Leiche an Ort und Stelle zu verbrennen, was in den Augen der Rohirrim als Greuel gilt.

Quellen